Übersetzung des Originalartikels „The Proactive Follower„, vom 13. November 2014
mit Genehmigung von und Dank an Bobby White 
übersetzt von René Fix

Der Inhalt dieses Artikels ist eine große Bereicherung für Follower wie auch für Leader. Ich habe ihn ins Deutsche übersetzt, um ihn mehr TänzerInnen zugänglich zu machen.


proaktiv


Die/der proaktive Follower




Die Empfehlung „Folge einfach“ ist fast nie hilfreich. Das erkannte ich als Lehrer recht schnell. Als ein pädagogischer Ratschlag ist sie zu vage und gibt der Follower keinerlei konkrete Handlung vor. Dies aber ist genau das, was ein Schüler braucht, um sich zu verbessern.

Aber wichtiger noch, diese Empfehlung ist schlicht falsch.

Tolle Follower „folgen“ nicht einfach nur. Sie sind beständig und auf unterschiedliche Art wach und aktiv dabei, also proaktiv, um den Tanz erfolgreich mitzugestalten und ihre eigene persönliche Note mit einfließen zu lassen.

Lasst uns ein paar der weltbesten Follower fragen, wie sie das tun.

Wirklich gute Follower sind…


Proaktiv mit ihrem Rhythmus

Follower sollten immer versuchen, gut im Rhythmus zu tanzen und diesen aktiv zu halten. Auch in offenen Tanzpositionen, während Drehungen, während sie Weg zurücklegen, ach eigentlich immer sollten sie diesen Rhythmus, diesen Puls aktiv halten. (Manchmal sieht man Follower, die mit abnehmender Connection zum Leader oder wenn sie beispielsweise in einer Drehung sind, zunehmend ängstlich oder schüchtern werden in ihrer Bewegung)

„Follower neigen dazu, auf den Leader zu warten, so dass er den Beat vorgeben und sie seinem Rhythmus folgen können,“ sagt Laura Keat. „Ich denke, Follower sollten mehr Verantwortung übernehmen für den Rhythmus und wirklich jeden Tanz ‚tanzen‘. So kann die Follower auch rhythmisch weitertanzen, wenn der Leader einen Fehler macht oder nicht im Rhythmus tanzt. Wir, als Follower, können ja immer noch dem Timing und den Figuren der Leader folgen, aber der Beat/Rhythmus/Flow der Musik spielt sich unabhängig in jedem von uns ab und so ist auch jeder selbst dafür verantwortlich, das in den Tanz mit einzubringen.“

„Die Tänzer könnten auch einfach zusätzliche Instrumente sein, so lange das Ganze harmoniert,“ sagt Annie Trudeau.

„Und genau das ist der Schlüssel für die Follower… diesen harmonischen Rhythmus in der Bewegung selbst und relativ zum Partner zu finden, denn Rhythmus findet beim Tanzen in den unterschiedlichsten Dimensionen statt, nicht nur hoch und runter oder mit unseren Füßen.“

Laura Glaess betont, das proaktiv sein für sie nicht nur bedeutet, zu wissen, wo der Rhythmus in der Musik ist, sondern wie die Musik strukturiert ist und wo die Phrasen beginnen und enden. „Je nachdem mit welchem Leader ich tanze und wie synchron wir sind, kann es sein, dass wir wilde Rhythmusvariationen tanzen und ich dadurch meinen Bounce (‚Puls’, Körper-auf-den-Beat-Rhythmus) verliere. Ich weiß jedoch, wo die Phrase oder der Chorus ist und weiß, dass wenn sich dies wieder ändert, sich auch der Rhythmus ändert, und wir vielleicht zurückkommen zu einfacheren Moves.


Proaktiv in ihrer Körperhaltung

Gute Follower haben eine aktive Körperhaltung, um beispielsweise gut mit ihrem Leader in Verbindung zu gehen, ihn zu spiegeln und/oder aus ästhetischen Gründen. (Dieser Aspekt scheint zwar offensichtlich zu sein, aber ein erstaunlich großer Anteil Follower kümmert sich nicht aktiv um die eigene Körperhaltung.)

Laura Glaess denkt hier ganz grundlegend an Form. „Im Grunde beinhaltet es meine Arme und Füße. Meinen Körper. Ich will, dass mein Körper und das, was er tut gut ausgerichtet ist und es sich gut fühlt.“

Gute Follower achten aktiv darauf, dass ihr Tanzen oder gar ihre Sicherheit nicht negativ beeinflusst wird durch ihre Haltung oder den Einfluss des Leaders auf ihre Haltung (wie z.B. dass sie es zulassen, dass sie der Leader aus der Balance bringt oder wenn man in Dips hineinfällt).

„Für eine gute Balance, gute Dynamik, gute Ästhetik und Ausrichtung im Swingtanzen und einer guten Verbindung zu sich selbst, sollte man immer auf eine gute Körperhaltung achten,“ sagt Annie Trudeau, „so ermöglicht man, dass sich zwei Körper wie einer in Harmonie und Synergie bewegen.“


Proaktiv in ihrem Bewegungsfluss

Als ich zwar schon wusste, was guter Bewegungsfluss im Tanzen bedeutet, aber noch nicht gut genug war, das umzusetzen, hatte ich einige Male die Gelegenheit mit alten Swingtanzgrößen zu tanzen, so z.B. Anne Mills, Lindy Hopper und Bal-Swing-Tänzerin aus Süd-Kalifornien. Ich war überrascht, wieviel Flow diese Tänze hatten, obwohl ich nur wenig dazu beitrug. Die selbe Erfahrung machte ich dann auch als ich das erste Mal mit Sylvia Sykes tanzte.

Im Nachhinein betrachtet lag das daran, dass Anne (und Sylvia), unabhängig von dem was ich mit meinem Flow machte, niemals ihren eigenen Flow aufgab. Es machte sogar den Anschein, als ob dies Teil ihrer übergeordneten Tanzphilosophie war – sie konnte es einfach nicht zulassen, dass sie durch mich unelegant aussah beim Tanzen. Wenn ich sie beispielsweise einlud, schneller oder langsamer zu tanzen, tat sie das, doch die Übergänge, die sie tanzte waren unglaublich sanft.

Seither habe ich immer wieder festgestellt, dass dies auch ein besonderes Merkmal von vielen aktuell sehr guten Followern ist.

„Beide Partner sind verantwortlich für den Tanzfluss,“ sagt Sylvia Sykes, „doch oft ist es gerade die Follower, die ein bisschen mehr dafür tun muss. Egal wie eckig oder ruppig der Leader führt, die Follower kann und sollte den Flow mit ihren Möglichkeiten aufrecht erhalten und die Ecken runden ohne allerdings ins Backleading zu gehen.“

Nick Williams ist vielen bekannt als hervorragender Leader. Was viele jedoch nicht wissen, ist, wie unglaublich gut er als Follower ist. (Auch wenn es merkwürdig anmutet, sich mit solch einem Schrank über die Tanzfläche zu winden.) Als ich mich nach einem guten männlichen Follower für ein Interview umsah, fiel die Wahl schnell auf Nick, den ich als äußerst kompetent einschätze und mit dem ich auch schon einige Erfahrung auf der Tanzfläche gemacht habe.

„Aus meiner Erfahrung als Leader weiß ich, was ich mir von meinen Followern wünsche und genau das versuche ich als Follower umzusetzen.“, sagt Nick.

„Da wird Flow und Rhythmus zu meinem wichtigsten Instrument… Immer wieder erstaunt es mich, wie wenig Information tatsächlich bei der Follower ankommt, obwohl doch der Leader genau das will. Am meisten achte ich als Follower darauf, dass der Tanz gelingt. Dabei versuche ich das große Ganze so wie die Feinheiten im Blick zu halten.“


Proaktiv im Lernen

Viele Lehrer fördern bei ihren Schülern diese „folge einfach“ – Mentalität. Es ist natürlich leichter, den Followern im Unterricht wenig Richtung zu geben (was meiner Meinung nach meist der Fehler der Lehrer ist). Aber die guten Follower haben auch nicht einfach nur herumgestanden, um endlich ein paar Variationen beigebracht zu bekommen.

Wie schon oben erwähnt heißt gutes Folgen nicht „einfach nur folgen“. Aber wenn nicht das, was dann? Es geht darum, auf Signale und Kräfte zu reagieren und diese zu interpretieren, oft mit dem Ziel, damit kreativ zu gestalten. Die Follower interpretiert das Gefühl und die Kraft, die sie im Körper spürt, das Bild und die Handlungen des Leaders, die sie mit den Augen sieht und die Musik, die sie mit ihren Ohren hört. Es geht darum, zu wissen, wie der Körper reagiert und wie man ihn benutzt und wie man damit spielen kann, um auf kreative Weise zu interpretieren.

Dafür braucht es, schlicht und ergreifend, viel Übung und harte Arbeit.

„In den ersten beiden Jahren, in denen ich tanzte, war es schwierig, mit guten Leadern zu tanzen. Sie bevorzugten in der Regel gute Follower und davon gab es bei uns jede Menge,“ sagt Laura Keat.

„Also habe ich angefangen, Übungen zu entwerfen, mit denen ich zu Hause alleine oder mit einer anderen Follower üben konnte – es gab so viele von uns. So hat sich das Thema ‚Kreativität in der Verbindung und im Folgen‘ im Körpergedächtnis trainiert. Übers Tanzen selbst hätte ich nie genug Übung bekommen, da ja nur wenige Leader bereit waren, mit mir regelmäßig zu tanzen. So hab ich tatsächlich Wege gefunden, meine Zeit etwas vorzuspulen, um auf das Level zu kommen, auf dem die Jungs gerne mit mir tanzen. Es wusste ja keiner, dass ich täglich 2-3 Stunden zu Hause geübt hatte. Alle dachten, ich wäre ein Naturtalent, als ich schon nach ein-zwei Jahren so gut als Follower war, dass man mit mir genauso gern tanzte, wie mit all den anderen bevorzugten Followern.


Proaktiv in ihrer Wahl

Diesen Punkt hat Laura Glaess ganz persönlich zu dieser Liste hinzugefügt und hier gehört er auch sicher hin.

„Sollte mein Leader nicht ganz klar sein in seiner Kommunikation oder sollte ich Schwierigkeiten haben, die Führung zu verstehen,“ sagt sie, “muss ich ja trotzdem eine Entscheidung treffen. Selbst wenn ich feststellen sollte, dass meine Wahl irgendwie nicht ganz richtig war, muss ich dennoch damit umgehen, bzw. damit weiterarbeiten.“

„Als ich beim ILHC 2013 mit Dax im Invitational Jack & Jill getanzt habe, hat er so eine Art ‚Break away‘ getanzt und ich dachte, er hat nicht so recht eine Ahnung, wie es danach weitergehen soll. Ich bot ihm keine Lösung und traf auch keine Wahl. Das war wirklich ein herausragender Lernmoment. Hätte ich eine klare Wahl getroffen, hätte er etwas gehabt, mit dem wir hätten weiterarbeiten und von da aus weiter tanzen können. In späteren Tänzen, wenn ich eine klare Wahl getroffen habe, die vielleicht nicht mit der des Leaders harmonierte, gab es wenigstens etwas, über das man reden konnte.“

Zur Frage, wie man in Momenten des Zweifelns eine Wahl trifft, fügt Kate Hedin hinzu, dass es für Follower viele Möglichkeiten gibt und sie nicht notwendigerweise etwas hinzufügen müssen. „Ich kann mich auch entscheiden, eine Lücke so zu füllen, dass der Leader in seiner Präsenz im Tanz unterstützt wird – was manchmal bedeuten kann, stiller zu sein und weniger Lärm zu machen. Das wäre immer noch eine aktive Wahl. Ich bringe nur solche Qualitäten in den Tanz, auf die ich stolz bin und zu denen ich stehen kann.“


Proaktiv in ihrer Präsenz

Noch niemals wurden wirklich gute Follower als „zahm“ und „ängstlich“ beschrieben.

Auch wenn sie „nur“ Follower sind, sind sie doch in erster Linie Tänzer. Sie tanzen, bewegen sich durch den Raum und machen jeden Extramove mit voller Hingabe.

Um die herausragende Lindy Hop und Balboa Follower Marie Nahnfeldt Mattsson zu zitieren „Ich liebe diesen Step. Ich liebe diesen Step. Ich liebe diesen Step…“

Sylvia Sykes weist darauf hin, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, das zu erreichen. „Du musst nicht laut und schrill sein… eine ruhige, selbstbewusste, beständige Präsenz kann auch sehr effektiv sein.“

Kate Hedin berichtet von einem persönlichen Erlebnis, in dem sie erfuhr, was es bedeutet, präsent zu sein.

„Ich hatte immer eine klare Meinung zum Tanz, zur Musik, dem Rhythmus und eine klare Vorstellung wie man die Mechanik des Tanzes nutzt,“ sagt Kate. „Aber ich war nie richtig gut darin, das auch von außen sichtbar rüber zu bringen, insbesondere am Anfang. Obwohl ich also die Tänzerin war, die ich innerlich sein wollte, habe ich das nicht nach außen gezeigt und ausgestrahlt.“

Nachdem sie mehrere Jahre daran gearbeitet hat, wurde sie zu einer der führenden Stimmen im Bal-Swing.

„Es ist, wie wenn man daran arbeitet, dass die eigenen Worte den Taten entsprechen. Viele sprechen große Worte ohne diesen Taten folgen zu lassen. Andere wiederum haben tolle Ideen und Inhalte, wissen aber nicht, wie sie es erklären sollen oder werden schlicht nie gehört. Ich will, dass diese zwei Aspekte von mir beständig ineinandergreifen und sich gegenseitig stärken.“


Proaktiv im ausgewogenen Gespräch

Stell dir ein Gespräch vor, in dem ein Gesprächspartner kontinuierlich redet und der andere die ganze Zeit nur zustimmend nickt (was es in diesem Fall eher zu einem Vortrag macht), Oder, stell dir ein Gespräch vor, in dem der eine versucht etwas zu sagen, der andere grätscht aber ständig rein und unterbricht ihn oder sie.

Einige Follower konzentrieren sich derart auf’s Folgen, dass sie zum tanzenden Äquivalent des nickenden Gesprächspartners werden. Andere Follower haben so eine Freude daran, sich im Tanz auszudrücken, dass sie zu dem Gesprächspartner werden, der dem anderen nicht zuhört, nicht mitbekommt, was gerade geschieht, den anderen ständig unterbricht oder sich in Nebensächlichkeiten verliert. (Und natürlich gibt es genauso viele Leader, die genau das Selbe tun.)

Gute Follower sind proaktiv und halten die Konversation im Tanz lebendig und so ausgewogen wie möglich. Beide hören zu und reden.

„Ich mag das Bild, dass in der Musik alles steckt und der Leader das Fundament baut, den Schotterweg,“ sagt Annie Trudeau. „Die Follower nimmt diese Basis, um zusammen mit dem Leader zu gestalten. Zusammen also bauen sie die Mauern, das Holz, die Türen auf dieses Fundament, den Rohbau und setzen die Blumen am Rande des Schotterwegs.“

(Annie spricht auch von einer schönen Analogie zum Malen – der Leader kommt und bringt die Leinwand, zusammen malen sie das Gemälde.)


Proaktiv in ihrem Tanzen

Ab und an sehe ich Follower, die, wenn sie die Verbindung zum Leader verlieren oder in etwas Unerwartetes oder Merkwürdiges geführt werden, ins Stocken geraten und fast aufhören zu tanzen, ganz so als ob ihnen der Sprit ausginge.

Ich empfehle, dass man als Follower versucht, proaktiv zu tanzen. Sprich, wenn man die Verbindung verliert, tanzt man einfach solo weiter, bis man sich wieder trifft und verbindet. Sollte es zu einem merkwürdigen Move kommen, tanzt man einfach weiter, auch wenn man vielleicht überrascht ist und nicht so recht weiß, was man jetzt hätte machen sollen. Dennoch sollte man nicht so weiter tanzen, als wäre man allein sondern weiterhin nach der Verbindung Ausschau halten. Man sollte schon aktiv weiter tanzen, vielleicht etwas besonnener (über einen ruhigen Bounce z.B.), um sich darauf zu konzentrieren, wieder synchron zu werden mit dem Partner.

Sylvia Sykes fasst das so zusammen: „Während man den Rhythmus und den Flow hält und mit der Tanztechnik vertraut ist, sollte man vor allem Tanzen; nicht nur die Figuren ‚richtig’ ausführen… sondern sich mit Freude bewegen.“


Proaktiv in ihrer Fantasie

Wirklich gute Follower sind proaktiv im Erfinden von ‚Inhalt‘ bzw. dem Erschaffen von Ideen, wenn sie auf der Tanzfläche tanzen, wenn sie üben oder wenn sie ganz grundlegend ihre persönliche Note erschaffen.

„Wenn du unsicher bist oder Angst hast, den Leader irgendwie zu unterbrechen, ist es extrem schwer, fantasievoll zu tanzen und etwas zu kreieren,“ sagt Laura Keat auf die Frage wie man als Follower erschafft. „Um den Tanz für uns beide angenehmer zu machen, war klar, dass ich mich darauf konzentrieren musste, eine Konversation mit meinem Leader zu führen, anstatt ‚fantasievolles Erschaffen zu üben‘. Ich achtete darauf, einen schönen Tanz mitzugestalten, indem ich nach positiven Reaktionen in unserer Kommunikation bei ihm Ausschau hielt, anstatt zu versuchen, Fehler zu vermeiden oder mich entmutigen zu lassen von den negativen Reaktionen.“

Kate Hedin fügte folgende Anregung für Follower zum Thema Erfinden hinzu: „Es ist genial, wenn Follower neue Ideen erschaffen,“ sagt sie. „Aber manchmal sehen solche neuen Ideen gar nicht so aus, als kämen sie von dieser Tänzerin. Und, viel wichtiger noch, manchmal brechen sie mit grundlegenden Regeln und Techniken. Als proaktive Follower muss mir bewusst sein, dass etwas Neues zu erschaffen nicht gleichzeitig bedeutet, zu ignorieren, was schon da ist.

Bei der Arbeit an Choreografien oder neuen Figuren, kann man beispielsweise schauen, wo man sich an Moves bedient oder man versucht seinen kreativen Geist offen zu halten für Möglichkeiten. (Dies ist etwas, was meine Partnerin Kate Hedin mitgebracht hat. Wenn wir an Choreografien arbeiten, hat sie weitestgehend das Sagen bezüglich der Moves, die wir tanzen, da dies etwas ist was sie beim Social Dancing nicht entscheiden kann.)


Abschließende Gedanken

Als wir diese Liste der Fähigkeiten noch einmal betrachteten, bemerkte Sylvia Sykes, dass sie genauso auch für Leader gilt.

Mit dieser Aussage kommen wir zu einem sehr wichtigen Punkt. Bedenkt man all diese Fähigkeiten, sieht man vor sich nicht nur eine herausragende Follower, sondern schlicht einen super Tänzer, eine super Tänzerin. Punkt. Folgen ist ganz einfach das Feld in dem diese TänzerInnen so dermaßen gut sind.



Über diesen Artikel

Als Allererstes möchte ich mich ganz herzlich bei all den tollen TänzerInnen bedanken, die mir gestattet haben, sie zu befragen.

Als Zweites bedanke ich mich bei meiner Tanz- und Unterrichtspartnerin Kate, die ein großartiges Beispiel für eine Follower ist, die auf der einen Seite sehr gut und sauber folgen kann und auf der anderen Seite unglaublich proaktiv tanzt. (Auch musste ich sofort an sie denken, als ich darüber schrieb, wie manche der alten Swingtänzerinnen die Philosophie haben, dass sie es niemandem zugestehen, sie beim Tanz unelegant aussehen zu lassen.)

Als ich sie fragte, was es für sie bedeutet, proaktiv zu sein, antwortete sie:

Eine proaktive Follower zu sein, heißt:

gleichermaßen in einen erfolgreichen Tanz zu investieren und einen aktive Beitrag zu diesem Ziel zu leisten; nicht einfach nur passiv durch den Tanz geführt zu werden.

eine Vorstellung davon zu haben, was für eine Tänzerin man sein will und diese Idee aktiv aufrecht zu erhalten bei der Wahl, was man tanzt und wie man es tanzt.

die eigene Identität als Tänzerin zu behaupten.

all das, ohne die Rolle als Follower zu leugnen.

Ich persönlich denke, dass in dieser Beschreibung eine Menge Inspiration liegt.

Ich habe aus allen Gesprächen mit den verschiedenen Menschen sehr, sehr viel gelernt (und viele von ihnen haben mir erlaubt, sie für diesen Artikel zu befragen). Einer Person jedoch möchte ich einen ganz besonderen Dank aussprechen, David Rehm, der in diesem Artikel keine Erwähnung findet. Ich habe eine ganze Menge von ihm gelernt in unseren Gesprächen, insbesondere durch die Sprache, die er zu diesem Thema benutzt und als ich seinen Unterricht beobachten konnte.