rockyleipzigbalboa
Im Dezember sind wir nach Leipzig gezogen und mit den ersten tollen Tanzabenden hier in der lokalen Szene, klopfte mal wieder ein alter Wunsch an: ‚Endlich Balboa lernen‘. Wir tanzen jetzt fast fünf Jahre Lindy Hop und haben leider nie die Gelegenheit wahrgenommen, Balboa zu lernen. Der andere große Swingtanz war uns zum Teil suspekt, irgendwie zu klein und uninteressant und zum anderen hatten wir, da wo wir waren nie die Gelegenheit, zu Kursen zu gehen. Jetzt haben wir die Chance ergriffen.
Wir kommen gerade von den Dresdener BALBOA DAYZ zurück und sind unglaublich begeistert. 

Also, wie haben wir das gemacht.
Kurz nach Sylvester haben wir den Entschluss gefasst, zu den Balboa Dayz zu fahren und beim Intermediate/Advanced Level Workshop teilzunehmen. Am 3.01. haben wir uns angemeldet. Jetzt mussten wir natürlich einen kleinen persönlichen Lehrplan schmieden.

Zuerst haben wir ein Ziel vereinbart. Wir wollten erfolgreich an dem Workshop teilnehmen, weder unter- noch überfordert sein, gut und halbwegs stressfrei durch die Tanzabende kommen und mit Freude Balboa tanzen können. Check! Das ist gelungen.


Wir haben dafür das Internet durchkämmt nach brauchbaren Balboavideos. Angefangen haben wir mit einer Serie von Adam und Nelle, so richtig bei Null. Wir konnten ja noch nichtmal den Basic. Unsere Erfahrung aus dem Lindy Hop lernen und unterrichten hat uns natürlich geführt und geholfen. Zum Selbstlernen ohne korrigierenden Input eines persönlichen Lehrers sind meiner Meinung nach folgende Faktoren wichtig:

1. Das zu Lernende herunterbrechen auf kleine verdaubare Einheiten.
2. Eine Wahl treffen, was davon jetzt in diesem Stadium wichtig ist.
3. Die Reihenfolge festlegen, in der man das am besten lernt.
4. Man braucht ein gewisses Maß an Fähigkeiten, sich selbst zu beurteilen und zu korrigieren. 
5. Und ganz wichtig ist ein motivierendes Ziel.


Nachdem wir in ein paar Tagen die Basics einigermaßen sicher drin hatten, haben wir uns an ein paar Figuren gewagt. Weitergearbeitet haben wir mit Workshop-Recapvideos von Kenny und Alba. Die Videos habe ich in iMovie zusammengeschnitten, geloopt und geslowmotioned. So konnten wir ziemlich genau herauslesen, wie die Figuren gehen. Natürlich bleiben hier zum Teil die Schlüsselmomente für’s Führen oder Folgen auf der Strecke, bzw. sind nicht erfassbar. Da sind auch Fragen offen geblieben. Einiges haben wir aber erarbeiten und umsetzen können. 

So sind wir Schritt für Schritt voran gekrochen auf dem Balboapfad und sind schließlich letztes Wochenende mit einem einigermaßen mulmigen Gefühl zu dem Workshop nach Dresden gefahren. Die ersten Tänze mit anderen Partnern waren auch zugegebenermaßen etwas ‚aufregend‘ und verwirrend, aber wir haben irgendwann losgelassen und sind mit Freude auf der Tanzfläche angekommen.
Was für ein wundervolles Gefühl.


Der Workshop war großartig und hat uns neue Tanzwelten eröffnet. Viele unserer Fragen, die im Laufe der letzten Wochen insbesondere zur Technik entstanden sind, wurden prompt ohne Nachfragen beantwortet. Speziell der Unterricht von Andreas und Mette aus Schweden war herausragend gut. Sie unterrichten sehr klar und fokussiert. 

Die subtile Art des Führen und Folgens im Balboa, der runde Fluss, der beim Tanzen entsteht und die starke Zugewandtheit zwischen den Tanzpartnern ist wirklich sehr besonders und für uns eine unwahrscheinlich bereichernde Erfahrung. 

Wir tanzen seit drei Wochen Balboa und haben jetzt drei weitere Wochen Zeit, um das Gelernte zu vertiefen und ein neues Ziel zu erreichen. Am 15.-16.02 sind wir in München beim Rock That Swing Festival für den nächsten Balboa-Workshop und ein paar Privatstunden bei (hoffentlich) Andreas und Mette. Privatstunden sind teuer und wollen gut vorbereitet sein, sprich wir wollen da mit einer soliden Basis und konkreten Fragen reingehen, um möglichst viel damit zu erreichen.

So here we go. Our personal BALBOA MONTHZ.